Stintino · Altstadt
Hafen von Stintino
Porto Mannu und Porto Minore, das maritime Herz des Dorfes
✽ 10 Minuten zu Fuß von der Villa

Der Hafen von Stintino besteht eigentlich aus zwei Häfen, und diese Verdopplung ist das Zeichen der maritimen Identität des Dorfes. Im Süden öffnet sich Porto Mannu, der große, geschäftige Haupthafen: Von hier legen die Fähren zur Asinara ab, Sommeryachten vertäuen, und die Kaimauern sind gesäumt von den beliebtesten Fischrestaurants. Im Norden verbirgt sich Porto Minore, klein und malerisch, bis heute Revier der Fischerboote mit ihren blau-weiß bemalten Rümpfen. Zwischen beiden liegt die Altstadt, entstanden 1885, als die Familien der Asinara die Insel verlassen mussten, um der Strafkolonie zu weichen.
Die zwei kleinen Häfen
Porto Mannu ist die Anlaufstelle für alle, die Stintino vom Meer aus erreichen: Hier starten die Ausflüge zur Asinara, es gibt Boots- und Schlauchbootverleih, Tauchschulen und Hochseeangel-Charter. An seiner Uferpromenade öffnen sich die lebhaftesten Lokale des Dorfes. Porto Minore dagegen erzählt eine andere Geschichte: Hier trocknen die Netze noch auf den Kaimauern in der Sonne, die Fischer reparieren Motoren und Rümpfe wie vor fünfzig Jahren, und bei Sonnenuntergang wird die Stille nur vom Schrei der Möwen durchbrochen. Ein fünfzehnminütiger Spaziergang durch die Gassen des Zentrums führt vom einen zum anderen — und gerade in diesem Kontrast versteht man die Seele Stintinos.
Fähren zur Asinara und Bootsausflüge
Vom Porto Mannu gehen alle Verbindungen in den Nationalpark Asinara: zwanzigminütige Überfahrt von April bis Oktober, tägliche Abfahrten um 9:00 und 15:30 Uhr. Neben der klassischen Fähre bieten zahlreiche lokale Kooperativen Tagesausflüge mit Elektro-Offroadern, Fahrrädern oder inklusive Schnorchelausrüstung an. Die Preise reichen je nach Angebot von 40 bis 80 € pro Person. Für alle, die selbständig erkunden möchten, vermieten Anbieter Schlauchboote, Motorboote (mit und ohne Führerschein), Katamarane: Ein Tag auf See zwischen den Buchten der Westküste und den Stränden der Asinara ist eines der begehrtesten Erlebnisse des Stintino-Sommers. An Wochenenden im August ist eine Reservierung mindestens eine Woche im Voraus unerlässlich.
Wo am Hafen essen
Stintinos Küche ist Meeresküche, und der Hafen ist ihre natürliche Bühne. Entlang der Uferpromenade Cristoforo Colombo wechseln sich historische Trattorien und Restaurants neuer Generation ab: Silvestrino — seit 1960 eine Institution des Dorfes — ist bekannt für seine Fischsuppe und Nudeln mit Meeräschen-Bottarga; Il Porticciolo bietet zeitgenössische Fischküche mit Blick auf Porto Mannu; La Rete ist die Wahl für hausgemachte Gerichte wie Fregola mit Venusmuscheln und „polpo in galera". Für ein schnelles Mittagessen servieren die Kioske am Hafen Sandwiches mit frischem Thunfisch und gebratene kleine Meeresfische. Die süße Spezialität ist die Tumbarella, aus Mandelteig und bitterem Erdbeerbaumhonig. Ein Glas Vermentino di Sardegna DOC ist die klassische Begleitung.
Das Hafenleben
Der Hafen ist das Wohnzimmer des Dorfes. Der Abendspaziergang, etwa einen Kilometer lang, ist ein gemeinsames Ritual: Man macht ihn nach dem Abendessen, ab 21:00 Uhr, zwischen Handwerksständen, Straßenmusikern und einem spontanen Aperitif. Im August verwandelt sich die Promenade mittwochabends in eine Bühne mit kostenlosen Live-Konzerten. Der Wochenmarkt findet donnerstagvormittags entlang der Hauptstraße der Neustadt statt, wenige Schritte vom Hafen entfernt. Für Hochseeangler ist Porto Mannu der Ausgangspunkt für Schleppangelfahrten auf Thunfisch, während Porto Minore ideal ist, um mit den alten Fischern das Angeln von Hand zu lernen — einfach fragen, jemand wird gern davon erzählen.
