Insel Asinara · gleichnamiger Golf
Nationalpark Asinara
Eine Insel-Parkanlage, auf der die Zeit stehengeblieben ist, 20 Minuten mit der Fähre
✽ 20 Min. Fähre vom Hafen Stintino

Asinara ist eine Insel-Parkanlage von einundfünfzig Quadratkilometern, die sich vor dem Golf von Stintino erhebt und in zwanzig Minuten mit der Fähre vom Porto Mannu zu erreichen ist. Ihr Name stammt von den weißen Albino-Eseln — weltweit einzigartig —, die sie noch immer bevölkern, doch ihre wahre Besonderheit ist ihre Geschichte: Von Ende des 19. Jahrhunderts bis 1997 war die Asinara landwirtschaftliche Strafkolonie und dann Hochsicherheitsgefängnis, unzugänglich für jeden, der nicht Häftling oder Justizbeamter war. Diese erzwungene Abgeschiedenheit bewahrte die Insel vor jeder Bebauung: Heute Nationalpark, ist sie ein Sprung in das Sardinien vor hundert Jahren — einsame Buchten, schroffe Küsten, unberührte Mittelmeermacchia und eine in Europa seltene Stille.
Von der Strafkolonie zum Nationalpark
1885 — in denselben Jahren, in denen Stintino entstand — enteignete die italienische Regierung die Fischerfamilien, die auf der Asinara lebten, und bestimmte die Insel zur landwirtschaftlichen Strafkolonie: einer Einrichtung, in der die Häftlinge halb offen lebten, das Land bestellten und Vieh hielten. Während des Ersten Weltkriegs beherbergte sie bis zu 24.000 österreichisch-ungarische Gefangene, von denen viele an Cholera starben. 1975, nach dem Aufstand in einigen Gefängnissen auf dem Festland, wurde die Asinara zum Hochsicherheitsgefängnis: Hier wurden Mafiabosse wie Totò Riina und Leoluca Bagarella, Terroristen der Roten Brigaden und der Camorra eingesperrt. Das Gefängnis wurde 1997 geschlossen, und im Jahr darauf wurde die Insel zum Nationalpark erklärt. Noch heute lassen sich die verschiedenen Haftabschnitte von Cala d'Oliva, Fornelli und Trabuccato besichtigen, Zeugnisse einer jüngsten Epoche.
Tierwelt und Landschaft
Die Asinara gehört zu den intaktesten Ökosystemen des Mittelmeers. Hier findet man die berühmten weißen Albino-Esel (Equus asinus var. albina) — etwa hundertzwanzig Exemplare, die frei auf den Weiden der Insel anzutreffen sind — sowie Mufflons, Wildschweine, wilde Ziegen und eine außergewöhnliche Vielfalt an Meeres- und Zugvögeln: Krähenscharben, Wanderfalken, Yelkouan-Sturmtaucher, Korallenmöwen. Die Gewässer rund um die Insel sind geschütztes Meeresgebiet und beherbergen Neptungras, Zackenbarsche, Zahnbrassen, Meerbrassen und mit etwas Glück Unechte Karettschildkröten und Delfine. Die Landschaft wechselt zwischen senkrechten Granitküsten (vor allem an der Westseite), Sandbuchten (Cala Sabina, Cala dei Ponzesi, Cala Sant'Andrea), mit Reben bestellten Ebenen im Süden und Steineichenwäldern.
Wie man die Insel besucht
Die Asinara kann nur im Rahmen organisierter Ausflüge besucht werden — privates Anlegen ist nicht erlaubt. Die beliebtesten Angebote sind die Elektro-Offroad-Tour (rund 6 Stunden, 45 €), die die wichtigsten Punkte von Fornelli bis Cala d'Oliva abdeckt; die Fahrradtour (rund 6 Stunden, 35 €, Rad inklusive), geeignet für alle, die sich in ruhigem Tempo selbständig bewegen möchten; und die Bootsausflüge mit Schnorcheln in den schönsten Buchten (halber Tag, 50–80 €). Alle Kooperativen haben Stände am Porto Mannu. Nehmen Sie Wasser, Hut, bequeme Schuhe mit (für die Offroad-Tour auch Badesachen unter der Kleidung — Badepausen in Buchten sind vorgesehen): auf der Insel gibt es keine Supermärkte, nur eine Bar-Gaststätte in Cala d'Oliva, die in den warmen Monaten geöffnet ist. Im August ist es unerlässlich, mindestens eine Woche im Voraus zu reservieren.
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