Sassari · Nordwestsardinien

Altar Monte d'Accoddi

Der einzigartige prähistorische Altar Europas, 30 Minuten von Stintino

✽ 25 km von Stintino — 30 Min. mit dem Auto

Altar Monte d'Accoddi

Der sogenannte Nuraghe Monte d'Accoddi — der Name ist irreführend, es handelt sich nicht um einen Nuraghen, sondern um einen Altartempel — ist eines der außergewöhnlichsten und geheimnisvollsten Monumente des prähistorischen Sardinien. Zwischen 4000 und 3600 v. Chr. von den Völkern der Ozieri-Kultur errichtet, ist er das einzige Beispiel im gesamten westlichen Mittelmeerraum für eine Stufenkonstruktion dieser Art: eine abgestumpfte Steinpyramide mit Zugangsrampe, strukturell den mesopotamischen Zikkurats sehr ähnlich. Er steht in freiem Gelände zwischen Sassari und Porto Torres, nur fünfundzwanzig Kilometer von Stintino entfernt — ein Halbtagesausflug, der sechstausend Jahre in die Vergangenheit führt.

Sechstausend Jahre Geschichte

Die Anlage hat eine zweiphasige Baugeschichte. In der ersten Phase, dem mittleren Neolithikum (4000–3600 v. Chr.), entstand ein erstes Heiligtum, das wegen des Ockers, der seine Wände bedeckte, „roter Tempel" genannt wird. Ein Erdrutsch zerstörte es, und um 3200 v. Chr. errichtete die Gemeinschaft auf den Ruinen ein viel größeres Monument: eine trapezförmige Plattform von siebenundzwanzig Metern Seitenlänge und fünf Metern Höhe mit einer einundvierzig Meter langen Zugangsrampe. Auf der Plattform fanden Rituale statt — Trankopfer, Gaben, vermutlich Tieropfer — wie Reste von Haustieren und in die Steine gemeißelte Schälchen belegen. Um 1800 v. Chr., zu Beginn der Bronzezeit, wurde der Komplex aufgegeben. 1954 vom Archäologen Ercole Contu wiederentdeckt, wurde er in den 1980er Jahren restauriert und ist heute eine öffentlich zugängliche archäologische Stätte.

Was man vor Ort sieht

Der Rundgang lässt sich auf eigene Faust oder mit Führung machen. Am Eingang das Dorf der Ozieri-Kultur mit seinen rekonstruierten runden Hütten. Gleich dahinter erscheint das Monument: ein riesiger trapezförmiger Altar aus Kalksteinblöcken mit der langen Rampe, die zur Oberseite hinaufführt. Vor dem Altar stehen drei Menhire aus rotem Trachyt — senkrechte Symbole, möglicherweise mit einem Fruchtbarkeitskult verbunden —, eine perfekt geglättete achtzig Kilo schwere Kalksteinkugel und der sogenannte „Nabelstein", ein flacher Block mit großen Schälchen, die wahrscheinlich für Trankopfer dienten. Auf dem Vorplatz Mahlsteine, Platten mit rituellen Gravuren und Reste von Nebengebäuden. Vom oberen Ende der Rampe schweift der Blick über die Ebene von Sassari — dasselbe Land, das die Hirtenbauern der Ozieri-Kultur vor sechstausend Jahren bestellten.

Anfahrt von Stintino

Am bequemsten geht es mit dem Auto: von der Villa fährt man auf der SP34 Richtung Porto Torres, wechselt auf die SS131 „Carlo Felice" Richtung Sassari und verlässt sie kurz darauf bei „Ploaghe–Monte d'Accoddi". Klare Beschilderung bis zum Parkplatz der Stätte. Fünfundzwanzig Kilometer insgesamt, knappe dreißig Minuten. Kostenloser Parkplatz am Eingang des Areals. Eine direkte Verbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln gibt es von Stintino aus nicht: das Auto — auch ein Mietwagen — ist die einzige Option. Wer Stationen kombinieren möchte: Porto Torres (mit der Basilika San Gavino) ist zehn Minuten entfernt, Sassari — die Provinzhauptstadt mit mittelalterlicher Altstadt — eine Viertelstunde.

Praktische Informationen

Die Stätte ist im Sommer täglich geöffnet, von 9:30 bis 13:00 Uhr und von 15:00 bis 19:00 Uhr — im Winter nur vormittags und mit früherer Schließung. Montag ist Ruhetag. Der Eintritt kostet rund 5 € für Erwachsene, ermäßigt für Kinder und Personen über 65, kostenlos für Kinder unter sechs Jahren. Der Besuch dauert zwischen fünfundvierzig Minuten und einer Stunde. Am Eingang bietet ein kleines Besucherzentrum Tafeln in vier Sprachen. Unser Tipp: früh morgens oder am späten Nachmittag kommen. Das Gelände ist fast vollständig exponiert, ohne Bäume, in den Mittagsstunden macht sich die Hitze bemerkbar. Bringen Sie Wasser, Hut und bequeme Schuhe mit. Keine architektonischen Hindernisse zur Plattform, die Rampe hat aber eine leichte Steigung.

WhatsApp