Stintino · Altstadt und Umgebung

Sardische Küche — die Gerichte des Nordwestens

Aromen von Meer und Tradition zwischen Stintino, Asinara und Korallenriviera

✽ Restaurants im Dorf: 5–10 Min. zu Fuß

Sardische Küche — die Gerichte des Nordwestens

Stintinos Küche erzählt eine doppelte Identität: einerseits die Seefahrertradition des 1885 von den Asinara-Fischern gegründeten Dorfes — daher kommen Thunfischfang, Meeresrezepte, die Sorgfalt für den Tagesfang; andererseits die sardische Küche des Hinterlandes der Provinz Sassari mit Pane Carasau, Käsen, Lamm und charakterstarken Weinen. Hier zu essen bedeutet, einen Hafen zu wählen: ein Teller Fregula mit Venusmuscheln am Porto Mannu, eine Cassola alla stintinese in einer Trattoria im Zentrum, Pecorino mit bitterem Honig zum Abschluss. Die Wege sind kurz und die Preise fair — touristische Restaurants erkennt man am Menü in fünf Sprachen; die guten haben die Tageskarte handgeschrieben.

Die Gerichte des Meeres

Fregula mit Venusmuscheln (geröstete Hartweizenkugeln wie Risotto gegart, mit Teppich-Venusmuscheln) ist die erste Speise, die den Golf am besten erzählt. Die Cassola alla stintinese ist die Hausfischsuppe: Drachenkopf, Knurrhahn, Tintenfisch, Garnelen und eine Basis aus frischen Tomaten — je nach Tagesfang. Probieren sollte man auch Polpo in galera, lange im Tonkrug mit Oliven und Kapern geschmorten Tintenfisch, und Spaghetti mit Seeigeln in der Saison (Oktober–April). Tradition des Ortes: der Rote Thunfisch, jahrhundertelang mit der Tonnara von Saline und Capo Falcone gefangen — heute auf den Karten als Carpaccio, Tatar, Bottarga oder als klassischer Stintino-Thunfisch süß-sauer mit Zwiebeln. Fisch immer vom Tag: fragen Sie, was morgens vom Hafen gekommen ist.

Landtradition und Süßspeisen

Wer Fisch nicht mag, findet auch die sardische Küche des Hinterlandes auf Stintinos Tischen. Malloreddus alla campidanese (kleine Gnocchi mit Wurst-Safran-Sauce), Culurgiones (Ravioli aus Kartoffel, Pecorino und Minze aus der Ogliastra), Lamm mit Myrte und Spanferkel im Ofen sind die Klassiker. Brot ist unverzichtbar: Carasau (papierdünn, knusprig) und Pane guttiau, geölt und gesalzen. Bei den Käsen zwei Pflichtkandidaten: gereifter Pecorino sardo DOP und geräucherter Fiore Sardo, am besten mit bitterem Erdbeerbaumhonig aus dem Hinterland von Sennori. Unter den Süßspeisen die Seadas (frittierte Teigtasche mit frischem Pecorino und Honig), die sardischen Amaretti, die Papassinos mit Rosinen und Mandeln. Die lokale Tumbarella aus Mandelpaste gibt es nur in Stintino im August.

Weine und wo essen

Die lokalen Weine zählen zu den meistprämierten Sardiniens. Zum Fisch: Vermentino di Sardegna DOC (frisch, salzig, perfekt zur Fregula) und Torbato di Alghero vom Weingut Sella & Mosca — eine wiederentdeckte autochthone Rebsorte, in Italien fast ausschließlich hier angebaut. Zum Fleisch: Cannonau di Sardegna DOC (tanninbetont, mediterran) und Marchese di Villamarina (Cabernet Sauvignon, einer der großen italienischen Rotweine). Wo essen in Stintino: Trattoria La Rete (Hausmannskost, Fregula sehr empfehlenswert), Ristorante Silvestrino (Fisch, Meerblick), Il Porticciolo (Fisch am Hafen). Bar del Porto für Frühstück und Granita. Durchschnittspreise: schnelles Mittagessen 15–25 €, Abendessen mit Wein 35–55 € pro Person. Im August immer zwei bis drei Tage im Voraus reservieren, vor allem an der Promenade. Der Markt am Donnerstagvormittag ist hervorragend für Brot, Käse und lokale Produkte, die man in die Villa mitnehmen kann.

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